Augenarzt Wien | Dr. Seiller-Tarbuk
Glaskörpertrübungen
Inhalt
Was sind Glaskörpertrübungen (Floater)?
Der Glaskörper ist eine gelartige Masse, die den Innenraum des Auges ausfüllt. Er besteht hauptsächlich aus Wasser und feinen Kollagenfasern. Mit zunehmendem Alter verflüssigt sich der Glaskörper, die Kollagenfasern verklumpen – und werfen Schatten auf die Netzhaut. Diese Schatten nehmen wir als dunkle Punkte, Fäden, Ringe oder Schlieren wahr, die sich bei Augenbewegungen mitbewegen.
Im Französischen werden sie treffend „Mouches Volantes" genannt – fliegende Mücken. Im Englischen spricht man von „Floatern".
Glaskörpertrübungen sind in der Regel harmlos und ein normaler Alterungsprozess. Fast jeder Mensch entwickelt irgendwann Floater. Sie sind unangenehm, aber meist ungefährlich – solange nicht bestimmte Warnsymptome auftreten.
Typische Symptome
Dunkle Punkte oder Fäden
Bewegen sich mit dem Blick mit, bleiben leicht versetzt beim Stoppen – typisch für Floater
Schlieren oder Spinnenweben
Besonders gut sichtbar auf hellem Hintergrund (weißes Papier, blauer Himmel)
Ringe oder Hufeisenformen
Können auf eine hintere Glaskörperabhebung hinweisen
Lichtblitze (Photopsien)
Besonders bei Augenbewegungen – wichtiges Warnsignal, sofort zum Augenarzt!
Wann ist es ein Notfall?
Sofort zum Augenarzt bei:
- •Plötzliche Zunahme von Floatern – viele neue Trübungen auf einmal können auf eine Glaskörperblutung hinweisen
- •Lichtblitze (Photopsien) – ziehende Lichtblitze bei Augenbewegungen signalisieren Zugkräfte auf die Netzhaut
- •Dunkler Schatten oder Vorhang – von einer Seite einkommender Schatten kann eine Netzhautablösung sein
- •Plötzlicher Sehverlust – immer ein Notfall
Eine Netzhautablösung ist ein augenärztlicher Notfall. Wird sie nicht innerhalb von Stunden behandelt, droht dauerhafter Sehverlust. Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder bin ich für Notfälle erreichbar.
Ursachen
Altersbedingte Glaskörperverflüssigung
Häufigste Ursache. Ab dem 40. Lebensjahr verflüssigt sich der Glaskörper zunehmend. Normaler Prozess.
Hintere Glaskörperabhebung (HGA)
Der Glaskörper löst sich von der Netzhaut ab – häufig plötzliche Zunahme von Floatern und Lichtblitzen. Sollte kontrolliert werden.
Kurzsichtigkeit (Myopie)
Kurzsichtige Augen sind länger und der Glaskörper ist stärker beansprucht – frühzeitigere und häufigere Floater.
Entzündungen im Auge (Uveitis)
Entzündliche Zellen im Glaskörper können Trübungen verursachen – müssen behandelt werden.
Glaskörperblutung
Bei Diabetischer Retinopathie, Gefäßverschlüssen oder Trauma. Notfall!
Behandlung
Harmlose Floater – Beobachtung
In den meisten Fällen brauchen harmlose Floater keine Behandlung. Das Gehirn lernt mit der Zeit, sie auszublenden. Regelmäßige augenärztliche Kontrolle zur Verlaufsbeobachtung ist sinnvoll.
YAG-Laser Vitreolysis
Bei stark störenden Floatern kann ein YAG-Laser die Trübungen zerkleinern und damit weniger störend machen. Nicht für alle Floater geeignet – individuelle Beurteilung nötig.
Vitrektomie (Operation)
Bei sehr starker Beeinträchtigung: operative Entfernung des Glaskörpers. Bei den meisten harmlosen Floatern nicht empfohlen, da Risiko-Nutzen-Verhältnis ungünstig.
Netzhautriss / Netzhautablösung
Netzhautrisse können mit Laser oder Kryotherapie abgeriegelt werden. Eine Netzhautablösung erfordert eine Operation – je früher, desto besser.
Zeit für eine Augenkontrolle?
Floater abklären und Netzhaut kontrollieren – zeitnaher Termin möglich.
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